Die Anfänge des Hybrid-OPs

Als Getinge vor zwanzig Jahren gemeinsam mit Partnern für bildgebende Verfahren die ersten Krankenhäuser mit hybriden Operationssälen (Hybrid-OPs) ausstattete, waren AWIGS und VIWAS die ersten Stars – sie verbanden OP-Tisch und bildgebendes System in einem Produkt. Anlässlich des 20-jährigen Engagements von Getinge für die Zukunft des Hybrid-OPs berichten im Folgenden zwei Mitarbeiter von ihren Erfahrungen.

AWIGS207 1200x627In den späten 90er Jahren war Getinge ein Pionier im Bereich des Hybrid-OPs. Der OP-Tisch hieß damals AWIGS und VIWAS war der Name des Systems, das die Verbindung des Tisches mit einem Computertomographen (CT), einem Angiographiesystem oder einem Kernspintomographen (MRT) ermöglichte.

Thomas Krickeberg, Application Specialist bei Getinge und früher selbst OP-Pfleger, war an der Installation vieler früher Systeme beteiligt und führte die Einführungsschulungen für die medizinischen Teams durch.

„Ich habe sowohl Kunden als auch Mitarbeiter von Thomas K 300Getinge geschult und unser F&E-Team unterstützt. Ich habe miterlebt, wie sich die Anforderungen der Kunden über die Jahre stark veränderten. Die Entwicklung ging von offenen Operationen hin zu immer mehr endoskopischen und bildgeführten Eingriffen“, erinnert sich Krickeberg.

Der OP ist eine kritische Umgebung, aber seit der Patient im Hybrid-OP nicht mehr angehoben wird, selbst wenn er bewegt werden muss, lassen sich viele Risiken leichter vermeiden. Die Traumapatienten, die hier eingeliefert werden, haben oft multiple Verletzungen und in den schlimmsten Fällen kann man sie kaum berühren, ohne ihnen weitere Verletzungen zuzufügen. Krickeberg erklärt: „Im Hybrid-OP bleibt der Patient während des Scans und der OP auf der gleichen Oberfläche liegen, was die Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter erhöht und die Belastung reduziert. Diese Vorgehensweise kann das Leben zahlreicher Traumapatienten retten, da schnell detaillierte Informationen zu den Verletzungen zur Verfügung stehen. Die 3D-Bilder können sofort betrachtet werden und der Chirurg kann anhand der Ergebnisse umgehend mit dem Eingriff fortfahren oder ihn abbrechen. Das spart sehr viel Zeit.“

Bei einer Kundenschulung kam es einmal zu der Situation, dass ein Traumapatient ins Krankenhaus eingeliefert wurde und Krickeberg Teil des Teams wurde, das sich im neu installierten Hybrid-OP um den Patienten kümmerte.

„Wir konnten das Leben des Patienten retten, und zwar nicht, indem wir nur ein Produkt nutzten – im Hybrid-OP wurde eine komplette Operation durchgeführt. Ich mag meinen aktuellen Job zwar sehr gerne, aber manchmal wäre ich auch gerne wieder OP-Pfleger. Darum ist die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden eine wirklich gute Lösung für mich. Ich liebe meine Arbeit“, sagt Krickeberg.

Aber auch bei der Zusammenarbeit mit dem F&E-Team kam sein Wissen voll zum Tragen.

„Es war sehr hilfreich Thomas als Trainer zu haben. ErJan 300 lieferte uns gleich zu Beginn fantastische Infos zu den Anforderungen der Kunden aus der Praxis, die wir bei der Produktentwicklung berücksichtigen konnten“, erinnert sich Jan Donat Olszewski, Senior R&D Team Leader bei Getinge.

Olszewski arbeitet bereits seit 32 Jahren bei Getinge und hat bei seinen Kollegen den Spitznamen „Mr. AWIGS“.

„Ich war sowohl Projektmanager also auch technischer Leiter bei AWIGS und VIWAS. Beide Produkte lieferten stabile und zuverlässige Lösungen, die perfekt für den Hybrid-OP geeignet waren, und boten großartige klinische Vorteile.“

Im Lauf der Jahre gab es jedoch einen zunehmenden Bedarf für den Einsatz mehrerer bildgebender Systeme und es war nicht möglich, das gleiche Transferboard zu verwenden, um den Patienten zu den verschiedenen Scannern zu bewegen. Aus diesem Grund wurden AWIGS und VIWAS von Ihren Nachfolgern abgelöst. Die wichtigste Erfindung, an deren Entwicklung Olszewski heute beteiligt ist, sind die neuen Lagerflächen für die Transferboards. Die direkten Oberflächen, auf denen der Patient die ganze Zeit verbleibt, selbst wenn verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt werden.

„In den vergangenen Jahren haben wir angefangen, multimodale Lösungen anzubieten, was genau das bedeutet: mehrere bildgebende Systeme mit dem OP-Tisch zu verbinden. Wir haben ein komplett neues Patiententransfersystem namens PILOT entwickelt. Und im Zentrum des Systems steht das Transferboard. Es ist das entscheidende Puzzleteil, das einen reibungslosen Transfer ermöglicht.“

PILOT wurde in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Siemens Healthineers entwickelt und unlängst vorgestellt. Das System ist die ideale Lösung für den multimodalen Hybrid-OP.

„Es ist ein patientenorientiertes Transfersystem, das den Einsatz intraoperativer Angio-, CT- und MRT-Bildgebung jederzeit während eines Eingriffs ermöglicht. Mit dieser neuen Technologie bleibt der Patient in der erforderlichen Behandlungsposition, während alle Bildgebungsverfahren um ihn angeordnet sind“, erklärt Olszewski.

Nachdem sie beide seit 20 Jahren Innovationen und Schulungen für den Hybrid-OP liefern, sind sich Krickeberg und Olszewski einig: Es gibt noch viel zu tun.

„Bei der nahtlosen Integration geht es um mehr als die Bereitstellung einer Fertiglösung. Es geht darum, Arbeitsabläufe und -umgebungen zu optimieren, Komponenten zu synchronisieren und internationale Hygienestandards im gesamten Raum umzusetzen. Jeder Hybrid-OP ist eine maßgeschneiderte Lösung, da unsere Kunden unterschiedliche Anforderungen haben. Nachdem wir nun seit 20 Jahren gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden an diesen Lösungen arbeiten, haben wir einen großen Erfahrungsschatz und die Zukunft bleibt spannend“, sagt Krickeberg.