Eine leise Intensivstation – die Zukunft der Intensivpflege

Forschungsergebnisse zeigen, dass Intensivstationen (ITS) mit einem geringeren Geräuschpegel möglicherweise zu besseren Behandlungsergebnissen führen und die Situation für Patienten, Angehörige und Pflegekräfte verbessern könnten. Professor John Fraser, Leiter der ITS im St Andrew’s War Memorial Hospital und Leiter der Critical Care Research Group (CCRG) der University of Queensland in Brisbane, Australien, leitet ein Forschungsteam, das untersucht, wie sich die Umgebung einer Intensivstation auf die Patienten und die Mitarbeiter auswirkt, und ist einer von vielen, die sich auf leise ITS in der Zukunft freuen.

Quiet ICU main image 1200x600Auf Intensivstationen überschreiten der Geräuschpegel und die Anzahl der ausgelösten Alarme häufig ein verträgliches Niveau, das weit über internationalen Empfehlungen liegt. Die Geräuschpegel lagen tagsüber im Durchschnitt bei rund 60–65 Dezibel, mit Spitzenwerten von bis zu 80–90 Dezibel, was dem Geräuschpegel von Elektrowerkzeugen nahekommt. Leider ist die Geräuschbelastung auch nachts sehr hoch. Dies wird in Krankenhäusern auf der ganzen Welt zunehmend als Problem angesehen.

Prof Fraser 250„Wir nehmen unsere gefährdetsten Patienten auf die ITS auf, damit sie sich von einer schweren Erkrankung oder Verletzung erholen können. Schlaf und Ruhe sind bekanntlich wichtig für die Genesung. Die meisten Geräusche, die den Schlaf und die Ruhe der Patienten stören, werden durch klinische Alarme medizinischer Geräte erzeugt, die sich am Bett des Patienten befinden, in der Regel sehr nahe an seinem Kopf. Das ist hochinteressant, wenn man bedenkt, dass der Patient nichts unternehmen kann, um diese Alarme auszuschalten – denn die Pflegekräfte müssen ja darauf reagieren können. Das führt zu einer suboptimalen Umgebung für den Genesungsprozess, da der Schlaf gestört werden kann und der Patient möglicherweise unnötigen Ängsten ausgesetzt wird“, erklärt Professor Fraser.

Gleiches gilt für Angehörige, die zu Besuch kommen; wenn sie einen Alarm in der Nähe ihres Angehörigen hören, denken sie häufig, dass ein ernsthaftes Problem vorliegt, auch wenn es sich meist um einen Alarm mit niedriger Priorität handelt, der die Pflegekraft über etwas informieren soll, das kein sofortiges Handeln erfordert.

„Wir wissen auch, dass sich ein übermäßiger Geräuschpegel nachteilig auf die Gesundheit von Pflegekräften auswirkt. Hinzu kommt, dass bis zu 90 % der Alarme von niedriger Priorität sind und keine sofortigen Maßnahmen erfordern. Außerdem besteht bei den vielen Alarmen, die ständig ausgelöst werden, die Gefahr, dass Pflegekräfte aus Versehen einen möglicherweise kritischen Alarm übersehen“, erläutert Professor Fraser. „Es würde sehr viel mehr Sinn ergeben, diese Alarme und die klinischen Daten direkt an die Pflegekraft zu senden, um sie bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen und ihr mehr unmittelbare Kontrolle über den Alarm zu geben, anstatt die Patienten unnötig zu stören und zu beunruhigen.“

Der weltweit tätige MedTech-Lieferant Getinge arbeitet gemeinsam mit Partnern aus anderen Branchen eng mit Ärzten und Forschern zusammen, um dies umzusetzen.

„Durch die Nutzung vorhandener und zukünftiger Technologien für integrierte Lösungen und die Fähigkeit, Alarmdaten direkt an die Pflegekraft zu übermitteln, wird die Vision einer leisen ITS Wirklichkeit werden. Es freut mich zu sehen, dass unterschiedliche Unternehmen gemeinsam an einer Lösung arbeiten“, so Professor Fraser.

Professor Fraser und sein Team forschen auf ITS an Patienten, die unter einem Delirium leiden. In seinen Augen wäre eine leise ITS eine hochwillkommene Lösung.

„Die Überlebensraten auf ITS sind heutzutage exzellent, doch wie wäre es, wenn Patienten nach einem Aufenthalt auf der ITS mit weniger Komplikationen überleben würden? Dies wäre eine einfache Lösung, die möglicherweise zu erheblichen Verbesserungen bei den Behandlungsergebnissen führen könnte, eine freundlichere Umgebung bieten würde, in der sich Angehörige auf ihre unterstützende Rolle konzentrieren könnten, anstatt sich zu ängstigen, und nicht zuletzt eine sicherere und effizientere Möglichkeit für Pflegekräfte darstellen würde, nicht nur weitere Leben zu retten, sondern auch die Lebensqualität zu verbessern.“

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