Die wegweisende Beatmungstechnologie von Getinge sowohl für Frühchen als auch für Erwachsene

Sabina Checketts kam 12 Wochen zu früh zur Welt und hatte nur eine Überlebenschance von 50 %. Heute ist sie Ärztin für Neonatalogie und nutzt modernste Technologien, um die Behandlungsergebnisse für Frühgeborene zu verbessern. Eine dieser Technologien heißt NAVA und wurde von Getinge entwickelt. Dabei helfen Sensoren Babys, die an Beatmungsgeräten angeschlossen sind, leichter und natürlicher zu atmen ‒ und diese Technologie wird auch zunehmend bei Erwachsenen eingesetzt. Eine neue randomisierte Studie ergab, dass NAVA die Dauer, die ein Patient an ein Beatmungsgerät angeschlossen ist, deutlich verkürzen kann. 

 

33 Jahre nach ihrer zu frühen Geburt arbeitet Sabina Checketts jetzt als Neonatologin in London. Das Beatmungsgerät, das ihr geholfen hat, zu überleben, war weit entfernt von den Beatmungsgeräten, die sie heute bei der Behandlung von Frühchen einsetzt. „Wir sind von einer Art der Beatmung, bei der man für das Baby geatmet hat, übergegangen zu einer Art der Beatmung, bei der man auch mit dem Baby atmen kann“, erklärt sie. 

Sehen Sie sich einen Kurz-Dokumentarfilm über die NAVA-Technologie und über Sabina Checketts an. Klicken Sie hier.

Bei dem Kampf von besonders anfälligen Frühchen ums Überleben ist einer der kritischsten Faktoren etwas, worüber die meisten Menschen überhaupt nicht nachdenken ‒ die Atmung. Ein entscheidender Fortschritt in der Neonatalogie ‒ der auch erhebliche Auswirkungen auf die Intensivpflege von Erwachsenen hatte ‒ war die Entwicklung von besseren Beatmungsgeräten.  

 

Ein Beatmungsverfahren, bei dem mit dem Patienten geatmet wird, wird Neurally Adjusted Ventilatory Assist (neural regulierte Beatmungsunterstützung) oder NAVA genannt. Es wurde von Getinge entwickelt, einem weltweiten Marktführer auf dem Gebiet der Intensivpflegetechnologie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. 

 

Auf den meisten Intensivstationen verbrauchen 20 % der Patienten 80 % der Beatmungsressourcen, was zu gesteigerten Komplikationen und ungewollten Ergebnissen führen kann.1NAVA ist auch zugelassen für Erwachsene, und die Eigenschaften, durch die das Verfahren bei Frühchen erfolgreich eingesetzt werden konnte, führen auch bei erwachsenen Patienten zu positiven Effekten. 

 

„Mit NAVA kann man deutlich bessere Ergebnisse erzielen“, erklärt Sherry Courtney, Direktorin für klinische Forschung in der Neonatologie, die seit den 1980er-Jahren mit Frühchen arbeitet. „Das Zwerchfell ist ein Muskel. Wenn es sich zusammenzieht, dann wollen wir einatmen. Wenn es sich entspannt, dann wollen wir ausatmen. Bei NAVA wird die Atmung mithilfe eines Katheters gemessen, der in den Magen eingeführt und in der Nähe des Zwerchfells positioniert wird.“ 

 

Elektroden am Katheter erkennen eine elektrische Erregung des Zwerchfells und geben nahezu verzögerungsfrei ein Signal weiter, dass der Patient einen Atemzug machen will. Synchron und proportional dazu versorgt das Beatmungsgerät den Patienten mit Luft. Und wenn die Elektroden erkennen, dass das Zwerchfell sich nicht mehr zusammenzieht, ermöglicht das Beatmungsgerät ein Ausatmen.   

 

„NAVA liefert nur ein wenig Unterstützung abhängig vom Atemzug. Der Patient kann ganz so atmen, wie er will“, erklärt Sherry Courtney.   

Erwachsene, die an Beatmungsgeräte angeschlossen werden, verfügen im Allgemeinen zunächst über ein funktionierendes Zwerchfell, das jedoch schnell schwächer wird, wenn eine Maschine zu lange für sie das Atmen übernimmt. Miray Kärnekull, Medical Director bei Getinge, erklärt, dass fortschrittliche Beatmungstechnologien wie NAVA regelmäßig bei erwachsenen Patienten in Europa eingesetzt werden, um die Zwerchfellmuskeln des Patienten aktiv zu halten. 

 

Und eine vor Kurzem durchgeführte multizentrische randomisierte kontrollierte Studie ergab, dass Patienten mit akutem Atemversagen bei NAVA im Vergleich zu einer Beatmung mit einer konventionellen lungenschonenden maschinellen Beatmung deutlich kürzer an einem Beatmungsgerät angeschlossen waren und weniger gescheiterte Extubationsversuche erlebten. 

 

Erfahren Sie mehr über die neue unabhängige Studie zur Wirkung von NAVA.
Hier geht es zur Studie.

 

„Zusätzlich zur Aufrechterhaltung des Tonus des Zwerchfells bedeutet die Synchronität eines NAVA-Beatmungsgeräts auch, dass Patienten nicht mehr gegen das Beatmungsgerät ankämpfen müssen“, ergänzt Miray Kärnekull. „Normalerweise müssen erwachsene Patienten sediert werden, um zu verhindern, dass sie gegen das Beatmungsgerät ankämpfen.“ Mit NAVA können Ärzte den Einsatz von Sedativa reduzieren, was eine frühe Entwöhnung mit weniger Komplikationen ermöglicht.“   

 

„Es ist eine wirklich wegweisende Technologie“, sagt sie. „Mithilfe von NAVA kann der behandelnde Arzt nicht nur die Beatmung auf den Patienten zuschneiden, sondern auch den Entwöhnungsprozess für erwachsene Patienten.“ 

 

Durch diese beeindruckenden Fortschritte konnten Ärzte wie Sabina Checketts sogar noch mehr Erfolgsgeschichten feiern. Sabina Checketts beschloss schon früh, Ärztin zu werden, als ihre Mutter regelmäßig auf einen Mann auf seinem Weg zum Krankenhaus zeigte und sagte: „Das ist der Arzt, der dein Leben gerettet hat.“ Diese Erfahrung motiviert sie, positiv auf die Familien der Babys einzuwirken, die sie behandelt.   

 

„Wenn ich mit Eltern darüber spreche, dass ich auch ein Frühchen war, dann sind sie immer etwas überrascht, manchmal sogar schockiert. Ach, und jetzt sind Sie Ärztin“, sagt sie. „Ich denke, dass es eine gute Möglichkeit ist, ihnen zu zeigen, dass eine Frühgeburt für Kinder keine Einschränkung bedeutet, was sie mal werden können.“ 

 

„Ich meine, die Fortschritte, die wir allein in den letzten 10, 15, 20 Jahren gemacht haben, bedeuten, dass wir viel bessere Ergebnisse als früher erzielen können. Und mich zu sehen, eine Ärztin, die noch vor dieser Entwicklung geboren wurde, gibt ihnen eine gewisse Hoffnung und zeigt ihnen die Möglichkeiten auf, denke ich.“  

 

Erfahren Sie mehr über die NAVA-Technologie.

 

 

  1. org. (2016). Start - SIR-Svenska Intensivvardsregistret. Verfügbar unter: http://www.icuregswe.org/en/ [abgerufen am 2. Dez. 2015].