Extrakorporale kardiopulmonale Reanimation als vielversprechende Therapieoption

In den letzten Jahren hat sich die extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (eCPR) immer mehr als vielversprechende Therapieoption für ausgewählte Patientengruppen nach Herz-Kreislauf-Stillstand etabliert.1 Getinges mobile Herz-Lungen-Maschine Cardiohelp ist hierfür eine beliebte Wahl und wird von immer mehr deutschen Kliniken für eCPR eingesetzt.

Bei Patienten mit außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand sind die Überlebenschancen noch immer sehr gering.2 Neben einer schnellen Versorgung vor Ort durch Ersthelfer und den Rettungsdient, haben Untersuchungen gezeigt, dass die Überlebenschancen dieser Patienten deutlich steigen, wenn sie im Anschluss an die Reanimation vor Ort in spezialisierten Kliniken, sogenannte Cardiac Arrest Center (CAC), weiterbehandelt werden. Die Empfehlung wurde vom Deutschen Rat für Wiederbelebung (German Resuscitation Council, GRC) in einem Konsensuspapier veröffentlicht. Darin werden Qualitätsindikatoren und strukturelle Voraussetzungen für CACs beschrieben. Neben einem interdisziplinären Team aus Kardiologen, Intensivmediziner, Neurologen, Unfallchirurgen und bestimmten technischen Voraussetzungen sind auch strukturelle Gegebenheiten wie zum Beispiel die Vorhaltung einer geeigneten Notaufnahmeeinrichtung oder die 24/7 Verfügbarkeit Teil des Konsensuspapiers der GRC.3

Prof. Dr. Alexander Ghanem leitet seit April die Dr.GhanemAbteilung für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin der Asklepios Klinik Nord – Heidberg. Zuvor war er leitender Oberarzt der Kardiologie in der Asklepios Klinik St. Georg und hat dort 2017 das Hanseatische Cardiac Arrest Center mitinitiiert: „Mit der strukturierten Arbeit im Hanseatische Cardiac Arrest Center konnten wir in den letzten Jahren vielen Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand helfen und die Versorgung dieser Patienten in der Metropolregion sicherstellen.“

Der strukturierte Ansatz des CAC hilft dem Rettungsdienst in Hamburg bei der Verteilung der Patienten. So kann schnell geklärt werden, welcher Patient in welche Klinik kommt, um eine bestmögliche Behandlung zu gewährleisten und die Überlebenschancen zu erhöhen. Vor allem aber ist das Bewusstsein gestiegen. „Die präklinische Erkennung durch den Rettungsdienst ist entscheidend. Noch vor 10 Jahren sahen die Überlebenschancen für Patienten mit außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand deutlich schlechter aus. Gerade bei Patienten, bei denen das Herz trotz professioneller Reanimation zunächst nicht wieder zum Schlagen gebracht werden kann. Durch entsprechende Fortbildungen und Veranstaltungen konnten wir das Bewusstsein für solche Patienten stärken und aufzeigen, dass wir unsere Patienten in ca. 20 % der Fälle mit guten neurologischen Ergebnissen entlassen“, beschreibt Prof. Dr. Ghanem.

Im Hanseatischen CAC kommen hierbei oft Herzunterstützungssysteme wie die mobile Herz-Lungen-Maschine Cardiohelp zum Einsatz, mit der bei Bedarf eine extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (eCPR) durchgeführt werden kann. „Jährlich erhalte zwischen 80-100 Patienten eine eCPR. Dabei handelt es sich um Patienten, deren Kreislaufstillstand auf konventionelle Maßnahmen nicht anspricht“, sagt Prof. Dr. Ghanem. Ein Drittel dieser Patienten verließ das CAC ohne schwerwiegende neurologische Folgeschädigung – und dass bei weit über einer Stunde ohne eigenen Herzschlag. „Die Lebensqualität der Patienten gleicht der von chronisch Nierenkranken. Das sind tolle Ergebnisse! Ohne den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine hätte keiner der Patienten überlebt“, beschreibt Prof. Dr. Ghanem weiter.

Dass sich die aufwändige Behandlung lohnt, zeigte das Hanseatische CAC 2018 auf ihrem erstmalig veranstalteten Lazarus-Symposium. Neben der Vorstellung wissenschaftlicher Ergebnisse zum Gesundheitsstand und der Lebensqualität von Patienten nach Einsatz der ECMO berichten hier auch Überlebende über ihren Alltag.

Prof. Dr. Ghanem wird nun auch in der Asklepios Klinik Nord in Heidberg ein CAC aufbauen, um eine bestmögliche Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand sicherzustellen und so die langfristigen Überlebenschancen der Patienten zu verbessern. Auch hier wird die mobile Herz-Lungen-Maschine Cardiohelp zum Einsatz kommen. „Ich denke, eine Herz-Lungen-Maschine gehört in jedes CAC. Die extrakorporale kardiopulmonale Reanimation ist eine wichtige Therapieoption, mit der wir schon vielen Menschen nach einem Herzstillstand das Leben retten konnten, die sonst keine Überlebenschance gehabt hätten,“ so Prof. Dr. Ghanem. „Die mobile Herz-Lungen-Maschine Cardiohelp begleitet mich schon seit vielen Jahren bei meiner Arbeit. Toll finde ich die Benutzerfreundlichkeit und dass das Gerät von jedem bedient werden kann.“

 

Quellen:

1 Ouweneel DM, Schotborgh JV, Limpens J,Sjauw KD, Engstrom AE, Lagrand WK,  et al: Extracorporeal life support during cardiac arrest and cardiogenic shock: a systematic review and meta-analysis. Intensive Care Med 2016;42(12):1922–1934

2 Deutscher Rat für Wiederbelebung, unter: https://www.grc-org.de/ (abgerufen am 18.06.2019)

3 Michels G, Wengenmayer T, Hagl C, Dohmen C, Böttiger BW, Bauersachs J et al: Empfehlungen zur extrakorpo - ralen kardiopulmonalen Reanimation (eCPR). Konsensuspapier der DGIIN, DGK, DGTHG, DGfK, DGNI, DGAI, DIVI und GRC. Medizinische Klinik –  Intensivmedizin und Notfallmedizin 2018;113(6):478–486