Getinge – Wegbereiter der ECMO

Vor 10 Jahren brachte Getinge das mobile Herz-Lungen-Unterstützungssystem Cardiohelp auf den Markt – ein eigenständiges, kompaktes System zum Langzeiteinsatz bei der extrakorporalen Membranoxygenierung/extrakorporalen Lebenserhaltung (ECMO/ECLS). Das breite Anwendungsspektrum, die hohe Anwendungssicherheit und Leistungsfähigkeit war zu diesem Zeitpunkt einzigartig und das System zählt bis heute als „state of the art“. Auch beim Kampf gegen das Coronavirus COVID-19 dienen Herz-Lungen-Unterstützungssysteme als lebenserhaltende Maßnahme bei kritisch kranken Patienten und geben der Lunge die erforderliche Zeit, um sich wieder zu erholen.

Cardiohelp 1200Mit Markteinführung des eigenständigen, kompakten Herz-Lungen-Unterstützungssystems im Jahre 2010 konnte ECMO als Therapie in der Intensivmedizin im Langzeiteinsatz angewendet werden. Patienten konnten nun im und außerhalb des Krankenhauses auf einfache Weise an der Cardiohelp transportiert werden und eine nahtlose Herz-Lungen-Unterstützung erhalten. In den letzten Jahren wird das mobile Gerät zudem für die extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (eCPR) von ausgewählten Patientengruppen nach Herz-Kreislaufstillstand eingesetzt. Mittlerweile hat sich diese Anwendung als vielversprechende Therapieoption etabliert.1

Mit einem Marktanteil von über 70 % zählt Getinge heute zum globalen Marktführer für ECMO -Produkte.

Das richtige Gerät zum richtigen Zeitpunkt

Den eigentlichen Startschuss für die rasante Verbreitung der kompakten Herz-Lungen-Unterstützungssysteme gab dabei ein unerfreuliches Ereignis: die Influenza H1N1-Viruspandemie von 2009. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es zwar bereits die Möglichkeit einer extrakorporalen Unterstützung in der Intensivmedizin, jedoch nur im Rahmen der Herz-Lungen-Maschine, die von einem Kardiotechniker ganztägig bedient und überwacht werden musste. Für den Langzeiteinsatz war diese Lösung ungeeignet. Getinge bot daher bereits seit 2006 mit dem Rotaflow/PLS System eine erste eigenständige ECMO-Lösung auf Basis von Komponenten der Herz-Lungen-Maschine an.

Ermutigende Beobachtungsdaten von erwachsenen Patienten mit schwerem Lungenversagen bedingt durch die H1N1-Infektion deuteten damals darauf hin, dass die ECMO-Therapie als Rescue-Verfahren eine bedeutende Rolle bei refraktärer Hypoxämie aufgrund von isoliertem Lungenversagen spielen könnte.2 Damals mehr oder weniger „aus der Not heraus“, wurden trotz der bis dato dürftigen Evidenzlage Patienten mit vital bedrohlichen Lungenversagen als Folge einer H1N1-Infektion erfolgreich an ein extrakorporales Lungenunterstützungsverfahren angeschlossen.3 Die Zahl der mit ECMO behandelten Patienten stieg rasant an.

Seitdem haben technische Entwicklungen und Erfahrungen aus dieser Influenzapandemie die Anwendung extrakorporaler Gasaustauschverfahren einfacher und sicherer werden lassen. Darüber hinaus konnten spezialisierte Cardiac Arrest Center etabliert werden, um die Überlebensrate von Patienten nach prähospitalem Herz-Kreislauf-Stillstand zu verbessern. Seit seiner Einführung bietet das Cardiohelp-System unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten für eine Vielzahl von Indikationen.

Auch bei der COVID-19-Patienten spielt die ECMO Therapie eine wichtige Rolle

Schwere Symptome von COVID-19 führen häufig zu Atemversagen und Lungenentzündung1. Einige Patienten entwickeln außerdem ein akutes Atemnotsyndrom (ARDS, acute respiratory distress syndrome). Wenn die Lunge nicht mehr in der Lage ist, den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, auch nicht unter Zuhilfenahme von mechanischer Beatmung, ist ECMO eine potenziell lebensrettende Alternative. Mit ECMO gewinnen die Ärzte Zeit, um die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können, und die Lunge des Patienten erhält Zeit zu genesen.

Anwender und Patienten stehen im Fokus

Getinge‘s Schlüssel zum Erfolg ist eine Produktentwicklung, die auf die Bedürfnisse der Anwender und Patienten ausgerichtet ist. Das Unternehmen kultiviert eine enge Zusammenarbeit mit Experten und Gesundheitseinrichtungen und legt großen Wert auf intensives Training und Betreuung der Anwender. „Unser klinisches Team hat einen sehr engen Kontakt zum Kunden. Wir kennen dessen Herausforderungen, Erwartungen und Wünsche. Das ist für uns eine sehr große Bereicherung. Neue Anregungen werden aufgenommen, gezielte Kundengespräche durchgeführt und die Umsetzbarkeit ermittelt.“, so Christian Schmoll, Product Sales Manager Assist Devices bei Getinge.

Produktschulungen und Anwenderschulungen bei laufender ECMO und Betreuung der Anwender während der Therapie gehören zum Servicestandard. Das jährliche ECMO-Symposium hat sich unter den Anwendern längst als obligatorische Veranstaltung etabliert.

„Wir möchten Produkte und Services anbieten, die den Kundenanforderungen entsprechen, die Anwendung möglichst sicher gestalten sowie den bestmöglichen Erfolg der ECMO Anwendung für den Patienten erzielen“, sagt Christian Surmann, Director Cardiovascular DACH bei Getinge, und ergänzt: „Derzeit arbeiten wir intensiv an der Verbesserung der bestehenden ECMO-Produkte und forschen gemeinsam mit unseren Partnern und Experten, um mit einer neuen Produktgeneration den ECMO-Therapieansatz weiter zu verbessern.“

Erfahren Sie hier mehr über das Herz-Lungen-Unterstützungssystem Cardiohelp.

 

Quellen

1 Ouweneel DM, Schotborgh JV, Limpens J,Sjauw KD, Engstrom AE, Lagrand WK, et al: Extracorporeal life support during cardiac arrest and cardiogenic shock: a systematic review and meta-analysis. Intensive Care Med 2016;42(12):1922–1934

2 Davies A et al. Extracorporeal Membrane Oxygenation for 2009 Influenza A(H1N1) Acute Respiratory Distress Syndrome. Jama-Journal of the American Medical Association 302, 1888-1895 (2009).