NAVA – eine einzigartige Funktion der Beatmungsgeräte von Getinge

Durch die Nutzung des patienteneigenen Atemantriebs zur Steuerung der Servo Beatmungsgeräte hat die patentierte neural regulierte Beatmungsunterstützung (NAVA) von Getinge die mechanische Beatmung auf ein völlig neues Niveau gehoben.

 

Bei der normalen Atmung beginnt ein spontaner Atemzug mit einem Impuls, der von den Atemzentren im Gehirn ausgelöst wird. Dieser Impuls wird dann über den Zwerchfellnerv übertragen und aktiviert das Zwerchfell elektrisch, was zu einer Muskelkontraktion führt.

Das Zwerchfell kontrahiert in die Bauchhöhle, was zu einer Abwärtsbewegung führt, die einen negativen Alveolardruck und einen Lufteinstrom erzeugt.

Das Signal, das das Zwerchfell erregt, ist proportional zur integrierten Ausgabe des Atemzentrums im Gehirn und steuert die Tiefe und den zyklischen Ablauf der Atmung.

Basierend auf der Gehirnaktivität des Patienten

Die NAVA-Technologie, die seit ihrer Entwicklung Mitte der 1990er-Jahre und ihrer Markteinführung 2007 ausschließlich von Getinge verwendet wurde, basiert auf diesen Aktivitäten im Gehirn des Patienten. Durch die Nutzung desselben elektrischen Signals, das das Zwerchfell aktiviert, ist das Beatmungsgerät durchweg vollständig auf die Atemanstrengungen des Patienten abgestimmt.

Die NAVA-Technologie ist für die Beatmungsgeräte Servo-u, Servo-n und Servo-i von Getinge verfügbar. Das leckargeunabhängige triggern, erleichtert die nicht-invasive Beatmung mit Gesichtsmasken, Nasenmasken oder Nasenbrillen. Das ist für den Patienten im Vergleich zur Intubation eine sehr viel komfortablere Lösung.

Erfassung durch den Edi-Katheter

Die elektrische Entladung des Zwerchfells wird von einem besonderen Edi-Katheter erfasst, der in die Speiseröhre gelegt wird und zugleich als Sonde zur künstlichen Ernährung dient. Edi unterstützt das klinische Team dabei, die Zwerchfellaktivität früh zu erkennen, und die NAVA-Technologie bietet die Möglichkeit, das Zwerchfell individuell angepasst zu trainieren, was der erfolgreichen Entwöhnung von dem Beatmungsgerät dient. 

Da es sich um das patienteneigene physiologische Signal handelt, welches das Tidalvolumen und das Atmungsmuster steuert, fördert die NAVA-Technologie die lungenschonende Spontanatmung und reduziert die Gefahr, zu viel oder zu wenig Luft in die Lungen abzugeben. NAVA liefert lediglich das, was der Körper des Patienten anfordert.

Nützlich für Frühchen bis hin zu älteren Patienten

NAVA kann alle Arten von Patienten beim Atmen unterstützen; von winzigen Frühchen mit einem Gewicht von wenigen Hundert Gramm bis hin zu gebrechlichen älteren Patienten.

NAVA war eine bahnbrechende Innovation für die Behandlung von Frühchen. Die Möglichkeit dieser Technologie, den Atemantrieb des Babys zu nutzen, um das Beatmungsgerät auf schnelle Atemzüge mit einem Tidalvolumen von lediglich 2–3 Millilitern abzustimmen hat maßgeblich zur Rettung eines japanischen Frühchens beigetragen, das bei seiner Geburt lediglich 258 Gramm wog.

Hier erfahren Sie mehr über die Funktion von Beatmungsgeräten.