Tage auf einer Intensivstation in Zeiten der Pandemie durch das Objektiv einer Kamera

Während dieser Zeiten sehen wir ungefilterte, echte und brutale Schwarzweißbilder von medizinischem Personal, welches alles gibt, um Leben während der Pandemie zu retten. Dies ist das starke Vermächtnis von Dana Yaminis und seinen Kollegen und Kolleginnen für die Nachwelt.

ÅR and Dana finalDana Yamini hat als Fachkrankenpfleger seit mehr als 30 Jahren bereits mehrere Katastrophen und Tragödien auf der Intensivstation (ITS) erlebt. Aber die Wucht von COVID-19 ist für ihn mit nichts anderem vergleichbar.

„Als ich an einem dieser ersten traumatischen Tage zur Arbeit kam, kam ich fast nicht durch die vollen Gänge. Ich ging an einer Station mit zehn Personen vorbei, die Masken und Schutzausrüstung trugen, während sie versuchten, einen Patienten wiederzubeleben. Als ich die Intensivstation erreichte, stellte ich fest, dass über Nacht aus zwölf Patienten 40 geworden waren.“

Dana blickte zurück in den Flur. Alles, was er sehen konnte, waren Köpfe, Köpfe, Köpfe überall. Er hatte das starke Gefühl, dass er sich für den Rest seines Lebens daran erinnern würde, also schnappte er sich sein Handy und machte ein Foto, um das Chaos zu dokumentieren.

„Da war die Idee schon geboren. Ich fotografiere seit vielen Jahren und habe einen Abschluss vom New York Institute of Photography. Ich hatte sofort das Gefühl, dass dies einzigartig war, etwas, das uns für den Rest unseres Lebens beeinflussen würde. Ich wollte diese Zeitgeschichte festhalten.“

Mit der Zustimmung seines Arbeitgebers begann Dana, die neue Realität in Södersjukhuset in Stockholm, Schweden, zu dokumentieren, wo er und seine Kollegen gegen die Pandemie ankämpften.

„Noch nie hatten wir so etwas gesehen. Ganz am Anfang wussten wir noch nicht, was auf uns zukommen würde, auch wenn wir Vermutungen anstellen konnten. Der Zustand eines COVID-19-Patienten kann sich in Sekundenschnelle von stabil zu lebensbedrohlich ändern. Wir trauten uns nicht, sie aus den Augen zu lassen.“

Dana begann von sich aus, Kriegsfotografien zu betrachten, und fand Parallelen; in gewisser Weise standen er und seine Kollegen im Krieg gegen das neue, gefährliche Virus, das Tod und Zerstörung um sich herum hinterließ.

Sie arbeiteten lange Schichten und Dana kam früher zur Arbeit und ging später, als er musste, um mehr Zeit hinter der Kamera zu bekommen.

„Die Leute riefen mich, wenn es Situationen gab, die sie für wichtig hielten. Es war hektisch, aufzuräumen, zwischen Geräten und Stationen hin und her zu wechseln und sowohl Krankenpfleger als auch Fotograf zu sein. Aber ich zögerte nicht; medizinische Fachkräfte auf der ganzen Welt unternehmen gewaltigere Anstrengungen als je zuvor in unserem Leben, und wir müssen uns daran erinnern.“

Das Ergebnis von Danas Arbeit ist in einem Album und einem Buch zusammengefasst, bestehend aus Schwarzweißbildern.

„Durch die Vermeidung von Farben wollte ich alles potenziell Schöne entfernen. Diese Fotos sind ungefiltert, echt und brutal. Wir sind müde, abgeschlagen, und die Pandemie hat viele Spuren psychischer Probleme hinterlassen. In diesem Sinne hoffe ich auch, dass die Fotos als Erinnerung daran dienen können, dass wir dies zusammen durchstehen, wir sind nicht allein.“

Dana kämpft zusammen mit anderen Mitarbeitern des Gesundheitswesens weltweit unter extremen Bedingungen an vorderster Front – und macht dies auch weiterhin.

„Es ist noch nicht vorbei. Wir wissen heute mehr über die COVID-19-Patienten als am Anfang, aber jeden Tag gibt es immer wieder neue Herausforderungen und Erkenntnisse. Ich bin stolz darauf, dazu beizutragen, Menschenleben zu retten, und werde weiterhin die Zeit dokumentieren, in der wir leben. Gemeinsam werden wir auf diesem Vermächtnis aufbauen.“

Eines der Fotos aus Danas Buch ist auf dem Cover von Getinges Jahresbericht zu sehen. 2020, ein Jahr, das unser Leben komplett veränderte.

Jahresbericht 2020 von Getinge herunterladen (Englisch)