Zwei Leben gerettet nach komplizierter Operation im Hybrid-OP

Als am Universitätskrankenhaus Karol Marcinkowski im polnischen Zielona Góra eine komplizierte perinatale Hysterektomie durchgeführt wurde, war die Hälfte des Krankenhauspersonals beteiligt. Glücklicherweise gibt es dort einen Hybrid-OP, in dem die Experten gemeinsam das Verfahren erfolgreich durchführen konnten.

Hospital 1200x600Eine perinatale Hysterektomie erfolgt in der Regel nur durch Geburtshelfer. Am Universitätskrankenhaus Karol Marcinkowski im polnischen Zielona Góra gab es aber einen ganz besonderen Fall mit der Diagnose Plazenta percreta. Die Plazenta wuchs über den Gebärmuttermuskel und in die Harnblase, den Harnleiter und den Dickdarm ein. Es bestand auch der Verdacht, die Plazenta könnte in große Gefäße einwachsen.

„In solchen Fällen ist die Müttersterblichkeitsrate leider extrem hoch und es bestand die Gefahr von sehr starken Blutungen und Schäden im kleineren Becken. Daher beschlossen wir, ein interdisziplinäres Team zusammenzustellen, um jeden Teil des Verfahrens so erfolgreich wie möglich zu gestalten“, berichtet die Ärztin und Leiterin der klinischen Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie, Dr. Agata Kuszerska.

Baby 250Das Universitätskrankenhaus Karol Marcinkowski hat einen Hybrid-OP, der mit einem Magnus Maquet-OP-Tisch von Getinge und den Maquet Moduevo-Deckenversorgungseinheiten ausgestattet ist. Dort kann durch die Kombination aus hochmodernem OP und Bildgebungssystem sowohl diagnostiziert als auch therapiert werden. In diesem Krankenhaus wird ein Angiographie-System eingesetzt.

„Dank unseres Hybrid-OPs konnten wir die Patientin in eine Position bringen und mussten sie während des gesamten Eingriffs weder bewegen noch transportieren. Experten aus verschiedenen Bereichen arbeiteten Seite an Seite in einem einzigen Saal“, so Dr. Kuszerska.

Das Ärzteteam konnte massive Blutungen verhindern, indem es Spenderballons in die Gebärmutterarterien einführte. Mit diesen kleinen, luftgefüllten Ballons lässt sich der Blutfluss senken.

„In einer standardmäßigen Geburtshilfestation gibt es keine solche Ausrüstung und normalerweise wird sie auch nicht benötigt. In diesem Fall konnten wir jedoch nach Platzierung der Ballons die Gebärmuttergefäße sofort verschließen und die Blutung verringern. Der Hybrid-OP ermöglicht auch die Durchführung eines minimal-invasiven Eingriffs. In unserem Fall war dies eine Zystoskopie, mit der festgestellt werden konnte, dass die Plazenta bis zu einem gewissen Grad in die Blase eingewachsen war“, erklärt Dr. Kuszerska. „Die Urologen markierten auch beide Harnleiter und bereiteten sie auf eine Reparatur vor, falls sie bei der Entfernung von Gebärmutter und Plazenta beschädigt würden. Auch ein Gefäßchirurg war vor Ort.“

Der Eingriff verlief gut und obwohl es etwas dauerte, bis sich die Patientin erholt hatte, geht es ihr und dem Kind jetzt gut.

„Ich traf sie sechs Monate nach dem Eingriff und es war wirklich schön, sie zu sehen – gesund und lächelnd. Fast die Hälfte des Krankenhauspersonals war an diesem Tag auf die eine oder andere Weise am Eingriff im Hybrid-OP beteiligt, und ich denke, das hat einmal mehr erwiesen, wie vorteilhaft diese Lösung wirklich ist – alles an einem einzigen Ort zur Hand zu haben, wo wir fachgebietsübergreifend arbeiten und gemeinsam mehr Leben retten können“, resümiert Dr. Kuszerska.

Erfahren Sie mehr über die Hybrid-Lösungen von Getinge >>